Vergangenen Freitag besuchte ich für Sie einen sehr interessanten Vortrag mit Professor Dr. Hans Bocker, einem weitgereisten und viel gefragten Experten zum Thema Edelmetalle. Auch wenn der Artikel, der dazu geschrieben wurde, sehr lang ist, kann ich Ihnen die Lektüre dringend empfehlen.

Gold ist die Versicherung in der Krise

“Ich kenne den aktuellen Goldpreis gar nicht. Er spielt im Grunde keine Rolle. Wer Gold hat, wird nichts verlieren, die anderen alles. Man kriegt immer für Gold etwas Gescheites.”

prof-hans-bockerProfessor Dr. Hans Bocker lehrt Finanzökonomie in der Schweiz und Kanada und berät Goldminen in Afrika. Diesen Freitag kam er nach Potsdam. 200 Goldhändler und Goldkunden der Commodity Mida Trading AG und der Finanznachrichtendienst GoMoPa.net wollten möglichst viel über Renditen und Risiken des Edelmetalls erfahren. Doch das war dem fast unscheinbar wirkenden und verschmitzt in die Runde blickenden Akademiker egal. Denn sein Vortrag drehte sich schlichtweg um eines: Wie kann der einzelne die Krise überleben? “Und ich meine damit, wie Sie die Krise, die noch gar nicht da ist, überstehen. Schon wenn Sie nur darüber nachdenken, sind Sie der großen Masse weit überlegen.”

Dass der aufgeblähte und mit nichts gedeckte Papierdollar platzen wird, sei so sicher, wie ein Stein nach unten fällt, sagt der Forscher, der beide Wissenschaften beherrscht: Technik und Betriebswirtschaft (doppelte Professur). Wenn Barack Obama oder Angela Merkel sagen, sie würden für einen ausgeglichenen Haushalt sorgen, so mache das nur wenige Zentimeter eines kilometerhohen Schuldenturmes aus. Ein Krebspatient, dem man eine Spritze gibt, mache, auf diese Weise aufgeputscht, auch noch einmal Sprünge, bevor er tot zusammenbreche.

Wenn Angela Merkel außerdem von einem zwei bis drei Millarden Euro großen Loch in der Rentenkasse warnt, so sei das die Summe, die Deutschland an einem einzigen Tag in Afghanistan verpulvere. “Man kann dieses Problem mit einem Brand vergleichen, den man nicht nur mit Benzin, sondern sogar mit Superbenzin zu löschen versucht.”

In Las Vegas könne man derzeit zuschauen, wie jeden Tag 100 neue Zelte in der Wüste dazu kommen, mit Menschen darin, die nichts zu essen hätten.

Das deutsche Volk müsste 350 Jahre arbeiten, um die Schulden des Bundeshaushalts auf Null zu bringen, und gar 500 Jahre, um alle Schulden, also auch die Privat-, Landes- und Unternehmensschulden, auf Null zu fahren.

Ehrliche Unternehmer würden seit Jahren um die Früchte ihrer Arbeit gebracht. “Seit 1913 bekomme die USA ihr Öl umsonst. Denn es werde mit wertlosen US-Dollarn bezahlt. “Ich habe es mir selbst angesehen. 20 Container kommen derzeit voll in die USA, nur ein Container verlässt die USA mit Ware. 19 bleiben leer. Die Lieferländer bekommen dafür Dollar aus der Druckerpresse. Mit nichts hinterlegt. Der Betrug ist so groß, dass ihn der einzelne gar nicht merkt.”

Auf diese Weise hätten die USA alle Kriege seit dem II. Weltkrieg finanziert. Die Folgen kämen nun verzögert. Allerdings als schlummernde Bomben. Wenn China nur einen Bruchteil seiner Dollarreserven von 5.000 Milliarden Dollar auf den Weltmarkt werfe, seien die USA erledigt. Das gleiche gelte für die Muslime, wenn die plötzlich Gold Dinare und Silber Dirhams statt Dollar verlangten, wie es der Koran als Zahlungsmittel lehre, würde die Dollar-Welt zusammenbrechen.

Die Börsenkurse gaukelten uns im Augenblick einen scheinbaren Aufschwung vor. “Ist es Ihnen noch gar nicht aufgefallen? Den ganzen Tag dümpelt der Börsenkurs so vor sich her. Kurz vor Schluss zieht dann die Börse plötzlich steil nach oben. Wie das geht? Ein Plunge Protection Team, das mit 300 Milliarden Dollar ausgestattet ist, pumpt in die fünf größten Titel schnell ein paar Milliarden hinein und hält so die Börse am Laufen.”

Goldman & Sachs habe kürzlich bekannt gegeben, dass dem Unternehmen ein geheimes Comuterprogramm gestohlen worden sei, mit dem man die Börse manipulieren könne und das einem einen Insiderwissensvorsprung vor den anderen verschaffe. Wenn also jetzt Börsenmanipulationen stattfänden, seien Terroristen schuld. Interessant, so der Profesor, dass Goldman & Sachs über so ein Computerprogramm überhaupt verfüge. Aber nicht nur Goldman & Sachs, auch andere Milliardengewinner verfügten über Insiderwissen. Doch auch hier gebe es einen erschreckenden Trend. 18 Insiderverkäufen an der Börse stünden nur noch ein Insiderkauf gegenüber. Der Trend gehe also zum Loswerden von Papieren wie Aktien und Derivaten.

Hinzu komme, dass die USA, die außer Filmen, TV-Serien, Waffen, Flugzeugen und frisch gedruckten Dollarnoten so gut wie nichts exportierten, ihre Wirtschaftsstatistiken schön rechneten. Offiziell hätten die USA 9,8 Prozent Arbeitslosigkeit. In echt seien es 21 Prozent. Ein verkaufter 1.000-Dollar-Computer komme mit 27.000 Dollar in die Bücher. Schließlich sei der aktuelle Computer 27 Mal besser als zum Vergleichsstichjahr 1987. Dasselbe passiere mit Autos. Ein verkaufter 10.000-Dollar-Ford werde mit 30.000 Dollar verrechnet. Schließlich sei er ja drei Mal so gut wie ein Ford aus dem Stichjahr 1991. “Nur Papageien werden eins zu eins verrechnet. Die sind so gut wie immer.”

Warum ist es egal, wie der Goldpreis steht?

Professor Bocker: “Gold ist Ihre Lebensversicherung für schlechte Zeiten. Dass Sie nebenbei auch mit Gold reich werden, ist ein schöner Nebeneffekt. Aber nicht die Hauptsache. Kämen Sie bei Ihrer Lebensversicherung auf die Idee, jeden Tag die Gesellschaft anzurufen, wie gerade der Stand der Dinge ist? Man würde Sie für verrückt erklären. Allerdings, wenn die Krise kommt, wird bei der Versicherung keiner mehr abheben. Weil die gar kein Geld mehr hat. Alles Papiergeld fällt auf Null. Sei es schleichend durch Hyperinflation, wenn Sie zum Beispiel mit dem Geld von heute in 20 Jahren statt eines VW Golfes nur noch ein sehr stark gebrauchtes Fahrrad kaufen können, oder einfach über Nacht wie 1948 oder durch einen möglichen Krieg, bei dem es dann nur noch ums nackte Überleben geht.”

Bocker weiter: “Gold hat Versicherungscharakter. Was geschieht denn, wenn es nach verbrannten Autoreifen riecht, wenn Schaufensterscheiben von Plünderern zerschlagen werden, wenn die Menschen nur noch mit einem Messer in der Tasche vor die Tür gehen, wenn der Strom für drei Wochen ausfällt oder das Wasser abgestellt wird? Was halten Sie dann hoch, wenn Sie Hunger haben und Geld nichts mehr zählt? Es stimmt, Gold ist nicht eßbar, aber, wenn es im Supermarkt nichts mehr gibt, kaufen Sie sich einfach eine Farm oder 10 Lastkraftwagen mit Essen drauf. Noch in Tausend Jahren können Sie und Ihre Enkel die Dinge kaufen, die man zum Überleben braucht: Ackerland, Wälder für Holz, Kartoffeln, Fleisch, Brot oder einen Brunnen. Denken Sie mal an den Engländer Charlie Chaplin (1889-1977), den der Nazi-Reichspropagandaminister Joseph Göbbels (1867-1945) einen widerlichen Zappel-Juden nannte. Chaplin hat sich 90 Prozent seiner Gagen in Gold auszahlen lassen. Als Chaplin in der Schweiz starb, waren seine Erben nicht gerade traurig über dessen Gold-Hinterlassenschaft.”

Die Frau mit der Schubkarre voller Geld

“Erinnern Sie sich noch an die verbürgte Geschichte aus dem Jahre 1923 in Deutschland? Als eine Frau mit einer Schubkarre voller Geld um elf Uhr morgens vor einer Bäckerei hielt, hineinging, um zu fragen, ob die Preise sich seit zehn Uhr verdoppelt hätten, die Verkäuferin ihr sagte, sie habe Glück, sie bekomme für das Geld noch zwei Brote, und als die Frau dann nach draußen ging, das Geld im Dreck lag und die Schubkarre gestohlen war, weil die Schubkarre 500 Mal mehr wert war als die Ladung Geldbündel?”

“Aber Gold kann doch von der Regierung beschlagnahmt werden”, warf ein junger Zuhörer in der ersten Reihe ein. Bocker konterte: “Man muss es gut verstecken. Sollte es verboten werden, wird sich sofort ein schwarzer oder grauer Markt etablieren.”

Grundbesitz und Häuser, die immer als sichere Anlagen gepriesen werden, seien das nicht unbedingt. Deutschland habe nach dem II. Weltkrieg zwei Drittel seines Territoriums verloren. Die Kommunisten haben in der Ex-DDR viele Menschen enteignet.

Aktien, mit denen man ja an den Gewinnen der Unternehmen beteiligt ist, hatten ihre große Zeit in Deutschland zwischen 1985 und 2001. Da seien Dauerrenditen von 35 Prozent keine Seltenheit gewesen. Doch wie sollten sich jetzt in einer Zeit, wo Schuldenmacher und Geldvernichter belohnt werden, man denke nur an die Badbanks, gesunde Unternehmen etablieren, wenn Sie für echte Leistung nur Geld mit leeren Versprechungen erhalten? Es sei die Phase der Edelmetalle angebrochen. Die gingen niemals auf Null. Und seien obendrein noch steuerfrei.

Mit Gold zu allen Zeiten auf der sicheren Seite

1948, als alles Papiergeld auf Null gesetzt worden sei, habe man für eine Feinunze Gold, also für 31,1034768 Gramm, eine Bankersvilla bekommen. Für 12 bis 15 Feinunzen Gold sogar einen ganzen Straßenzug mit 15 Einfamilienhäusern auf jeder Seite, also 30 Häuser insgesamt.

In Simbabwe könne heute für ein Gramm Gold, das man sich im Frankfurter Hauptbahnhof wie einen Kaugummi für 24 Euro aus dem Automaten ziehen kann, eine zehnköpfige Familie fünf Monate lang luxuriös leben.

Bocker, der schon 104 Länder bereist und in 54 Ländern gearbeitet habe, fragte plötzlich in die Zuhörerrunde, in welcher Stadt er denn bitteschön gerade sei. Potsdam. “Ah, Potsdam.” Und dann lobte Bocker das wundervolle Buffet, dass das Dorint-Hotel in der Jägerallee kurz vor seinem Vortrag aufgebaut hatte. “Ich weiß nicht, was das alles war, aber es war spitzenmäßig. Und verdursten kann man ja bei Ihnen auch nicht so leicht. Deutschland zählt zu den wenigen Ländern, in denen man Wasser bedenkenlos aus der Leitung trinken kann.”

Er selbst sei 42 Jahre nicht zum Arzt gegangen. Und das wäre auch noch länger so gegangen, wenn die Schweizer Behörden ihn nicht zu einer amtlichen Untersuchung gezwungen hätten, weil er sonst seinen Führerschein hätte abgeben müssen.

Bocker fahre Mercedes. Und er habe einen Bodyguard, den er aber noch nie gebraucht habe. Die Untersuchung beim Arzt habe er selbst bezahlt, denn er besitze gar keine Krankenversicherung. “Das System ist doch irrsinnig”, begründete er sogleich seine Verweigerung. “Sie gehen zum Arzt, weil Sie sich mies fühlen. Der Arzt verschreibt Ihnen etwas. Das kostet 200 Euro. Sie lösen das Rezept ein. Das kostet wieder 200 Euro. Die Medikamente haben so starke Nebenwirkungen, dass Sie wieder zum Arzt müssen. Der begutachtet Sie und verschreibt Ihnen gegen die Nebenwirkungen etwas. Auch das kostet 200 Euro. Sie gehen zur Apotheke. Das kostet noch Mal 200 Euro. Sie haben 800 Euro Kosten verursacht und sind immer noch krank. Das ist nicht gesund.”

Er selbst halte sich mit Schwitzen in der Sauna fit und ein bisschen Bewegung an der frischen Luft. “Jeder hat da seine eigene Vorliebe. Hauptsache, Sie stärken Ihre Immunsystem.”

8 Krügerrand pro Mann, Frau, Kind, Hund und Katze

“8 Krügerrand (Anmerkung der Redaktion: Das ist Gold in Münzform, wobei die 1-Unze-Krügerrand 33,9 Gramm wiegt und aktuell bei der Rothschild-Bank in London für 818 Euro gelistet wird) sollte jede Familie für jedes Familienmitglied, Hund und die Katze mitgezählt, für schlechte Zeiten gebunkert haben. Denn über Diamanten lacht sich ein Bauer tot. Eine millionenteure Stradivari-Geige verfällt in der Krise zu einem gewöhnlichen Tonholz aus der Kaufhalle. Die Blaue Mauritius ist wertlos. Handgeknüpfte Teppiche, an denen fünf Generationen gearbeitet haben und wo ein einziger Quadratmeter fünf Jahre dauert, können Sie in der Krise zum Aufwischen der Jauche nehmen.”

Professor Bocker stellte klar: “Ich bin kein Prophet, auch wenn alles, was ich für die letzten zehn Jahren vorausgesagt habe, eingetreten ist, außer dem Irak-Krieg, der kam 2003 ohne Kriegserklärung der USA etwas früher, als von mir erwartet. Der Irak hat sich als erstes Land dem Dollar verweigert. Allerdings ist der Tod von Saddam Hussein eine glatte Lüge. Hussein und seinen acht Doppelgängern geht es heute prächtig. Ich bin nur Finanzökonom. Allen, die behaupten, ich sei ein Verschwörungstheoretiker, denen erzähle ich die Geschichte von den Schweinen, die gerade beim Fressen sind. Ein Schwein schaut hoch und sieht einen Schlachtlaster mit Artgenossen wegfahren. Das Schwein sagt: Ich habe so ein ungutes Gefühl. Das fressende Schwein antwortet genervt: Halt die Schnauze und friss weiter.”

Als Kronzeuge zieht Professor Bocker in seinem neuesten Buch “Freiheit durch Gold – Sklavenaufstand im Weltreich der Papiergeldkönige” (Verlag Johannes Müller, Bern, 18,50 Euro), das er zum Vortrag mitbrachte, gern Alan Greenspan heran. Der 83-jährige leitete 19 Jahre lang von 1987 bis 2006 die private US-Notenbank Federal Reserve of the United States (FED) und wurde 2002 als 76-jähriger von Queen Elizabeth II. (83) für seine Verdienste um die globale wirtschaftliche Stabilität zum Ritter geschlagen. Doch noch bevor Greenspan zum Oberhirten der Papiergeld-Inflation aufstieg, hatte er in einem veröffentlichten Essay deren Untergang vorhergesagt und Gold als einzige Rettung angepriesen.

Greenspan schrieb: “Ohne Goldstandard gibt es keine Möglichkeit, Ersparnisse vor der Enteignung durch Inflation zu schützen. Es gibt dann kein sicheres Wertaufbewahrungsmittel mehr. Wenn es das gäbe, müsste die Regierung ihren Besitz für illegal erklären, weil es im Falle von Gold auch so oft der Fall war. Wenn sich jedermann entscheiden würde, seine Bankguthaben in Silber, Kupfer oder ein anderes Gut zu tauschen, und sich weigern würde, Schecks oder Bargeld als Zahlung zu akzeptieren, würden Bankguthaben ihre Kaufkraft verlieren, und Regierungsschulden würden keinen Anspruch auf Güter mehr darstellen.

Die Finanzpolitik des Wohlfahrtsstaates macht es erforderlich, dass es für Vermögensbesitzer keine Möglichkeit gibt, sich zu schützen. Das ist das schäbige Geheimnis, das hinter der Hysterie und Verteufelung des Goldes steckt. Staatsverschuldung ist einfach ein Mechanismus für die versteckte Enteignung von Vermögen. Gold verhindert diesen heimtückischen Prozess. Es beschützt Eigentumsrechte. Wer das verstanden hat, versteht auch, warum die Befürworter des Wohlfahrtsstaates gegen den Goldstandard sind.”

Professor Bocker sprach schnell, warf mit Zahlenreihen um sich und erzählte zwischendurch zur Auflockerung und Erholung, wie manche Menschen auf ihn einen bleibenden Eindruck hinterlassen hätten. Libyens Staatschef Muammar al-Gaddafi (67) etwa mit seiner goldbestückten Lametta-Uniform. Oder die mit Platin behangene Witwe aus dem reichsten Teil Deutschlands, dem Hamburger Elbevorort Blankenese, die zu einem seiner Vorträge angereist war. “Ich dachte, die Frau trage zwei metallene Ritterhandschuhe, man konnte die Haut gar nicht sehen. Hätte ich die Dame angehoben und geschüttelt, hätte meine Familie zehn Jahre lang ausgesorgt, allein von dem, was als Abfall auf den Fußboden gefallen wäre.”

Manche Zuhörer ließen ein Diktiergerät mitlaufen. Doch das war bald voll. Ein junger Mann hatte seinen Laptop aufgeklappt und versuchte mitzuschreiben. Er hielt nicht lange durch. Nach zweieinhalb Stunden hatte Bocker gerade mal ein Drittel seiner vorbereiteten Folien abgearbeitet. Der Vortrag, der um 18.30 Uhr begann, endete nicht vor 1 Uhr morgens. Der Professor redete im Stehen, ohne Mikrofon und schien, keine Müdigkeit zu kennen. Wenn es nach ihm ginge, könne er eine Woche lang und länger erzählen. Aber sein Flieger wartet.

Quelle

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